liska henglein

hey there, you found some of my work.

Die Krise und der Hopfen

Geht wegen Corona das Bier aus?
Ein Tag im größten Hopfenanbaugebiet der Welt, der Hallertau.
Die deutsche Landwirtschaft ist jedes Jahr auf knapp 300.000 Saisonarbeiter aus dem Ausland angewiesen. Auf Grund geschlossener Grenzen während der Pandemie fehlten auf den Hallertauer Höfen die Arbeitskräfte aus Polen. Das war eine Katastrophe für die Saisonarbeiter und für die Bauern.

Auch der Familienbetrieb der Ertlmaiers arbeitet seit 7 Jahren mit Saisonarbeitern und wurde dieses Jahr durch deren ausbleiben hart getroffen.
Im Frühjahr ist für den Hopfen jeder Tag entscheidend. „Wenn die Pflanzen nicht innerhalb von 1 bis maximal 2 Wochen angeleitet werden, bleiben sie auf dem Boden und wir müssen sie vernichten.“, sagt Hopfenbauer Hubert Ertlmaier.
Durch die von der Politik beschlossenen Maßnahmen durften dieses Jahr nur 7 der sonst 19 Saisonarbeiter zu den Ertlmaiers kommen.
„Das ist eine Katastrophe für die Arbeiter und für uns“ sagt der Bauer.
Das Landwirtschaftsministerium und die Bauern selbst arbeiteten mit Hochdruck daran einheimische Arbeitswillige zu finden. Am Ende mussten auf vielen Betrieben Familie und Freunde eingespannt werden, um die Arbeit zu stemmen. Über soziale Netzwerke und die Hochschulen in Bayern wurden auch viele studentische Hilfskräfte gefunden.
„Ohne unsere Freunde und ohne deutsche Hilfskräfte wäre der Hopfen schon im Mai hin gewesen!“, so Ertlmaier.

Seit 6 Jahren kommen auch Yarek und seine Familie auf den Hof der Ertlmaiers, da es in Polen für sie nicht genug Arbeit gibt. Zwischen ihm und dem Jungbauern ist über die Zeit eine Freundschaft entstanden und sie halten das ganze Jahr über Kontakt.
Die Saisonarbeiter erhalten den Mindestlohn und bekommen Kost und Logie gestellt. Sie fahren jedes Jahr etwa tausend Kilometer nach Deutschland, um zwei Wochen zu schuften und ihre Familien durchzubringen.
Der Arbeitstag startet um 7Uhr und endet um 7Uhr, mit einer Stunde Mittagspause. Der Hopfen wird im Sitzen in der prallen Sonne per Hand an die Kletterhilfe gebunden.

Trotz der guten Verhältnisse auf dem Hof der Ertlmaiers bleibt die Frage, warum es nach wie vor nötig ist, dass polnische Arbeiter den weiten Weg auf sich nehmen, um durch schwere Arbeit ihre Familien ernähren zu können und warum die Arbeit nicht von Arbeitslosen aus Deutschland ausgeübt wird.

Vielleicht lenkt die Pandemie den Blick auf einige Schwachstellen Europas: Die gegenseitige Abhängigkeit der Bauern und der Saisonarbeiter, die schwierigen Arbeitsverhältnisse und Arbeitslosigkeit in Polen und in Deutschland.
Seit Jahren wird über die Saisonarbeit in der Landwirtschaft diskutiert. Zunächst ging es um Dumpingpreise, Arbeitsplätze und einen Mindestlohn. Seit dem 1. Januar 2018 muss allen Arbeitern der gesetzliche Mindestlohn gezahlt werden.
Deutschland wie Polen haben mit Arbeitslosigkeit zu kämpfen.
In Polen weist der Arbeitsmarkt durch fehlende Infrastruktur einen sogenannten „Inselcharakter“ auf. In den Städten (Inseln) gibt es kein Problem mit Stellenangeboten doch auf dem Land findet man leicht Orte, in welchen Massenarbeitslosigkeit herrscht.
Durch den Ausbau lokaler Verkehrswege soll man im Jahr 2030 innerhalb von einer Stunde von jedem Ort Polens in eine größere Stadt gelangen. Dies soll die Unterschiede zwischen Stadt und Land im Arbeitsmarkt verringern. Bis dahin ist es jedoch noch ein weiter Weg.

Die deutsche Bundesregierung versucht seit 2006 die Zahl der Saisonarbeiter aus Polen zu senken und hofft, dass ein Teil der Stellen mit Arbeitslosen aus Deutschland besetzt wird.
Vor allem größere landwirtschaftliche Betriebe werden angehalten, einen Teil ihres Bedarfs an Saisonarbeitskräfte über die Bundesagentur für Arbeit zu decken.
Doch es finden sich unter den harten Arbeitsbedingung nicht genug Arbeitnehmer in Deutschland und die Landwirte ziehen ausländische Saisonarbeiter den heimischen Arbeitslosen vor, weil sie mit den ausländischen Kräften bessere Erfahrungen gemacht haben.

Nicht nur in Zeiten einer Pandemie ist das vorherrschende System veraltet, und beruht auf ungesunder Abhängigkeit.


Auch der Familienbetrieb der Ertlmaiers arbeitet seit 7 Jahren mit Saisonarbeitern und wurde dieses Jahr durch deren ausbleiben hart getroffen.
Im Frühjahr ist für den Hopfen jeder Tag entscheidend. „Wenn die Pflanzen nicht innerhalb von 1 bis maximal 2 Wochen angeleitet werden, bleiben sie auf dem Boden und wir müssen sie vernichten.“, sagt Hopfenbauer Hubert Ertlmaier.
Durch die von der Politik beschlossenen Maßnahmen durften dieses Jahr nur 7 der sonst 19 Saisonarbeiter zu den Ertlmaiers kommen.
„Das ist eine Katastrophe für die Arbeiter und für uns“ sagt der Bauer.
Das Landwirtschaftsministerium und die Bauern selbst arbeiteten mit Hochdruck daran einheimische Arbeitswillige zu finden. Am Ende mussten auf vielen Betrieben Familie und Freunde eingespannt werden, um die Arbeit zu stemmen. Über soziale Netzwerke und die Hochschulen in Bayern wurden auch viele studentische Hilfskräfte gefunden.
„Ohne unsere Freunde und ohne deutsche Hilfskräfte wäre der Hopfen schon im Mai hin gewesen!“, so Ertlmaier.

Seit 6 Jahren kommen auch Yarek und seine Familie auf den Hof der Ertlmaiers, da es in Polen für sie nicht genug Arbeit gibt. Zwischen ihm und dem Jungbauern ist über die Zeit eine Freundschaft entstanden und sie halten das ganze Jahr über Kontakt.
Die Saisonarbeiter erhalten den Mindestlohn und bekommen Kost und Logie gestellt. Sie fahren jedes Jahr etwa tausend Kilometer nach Deutschland, um zwei Wochen zu schuften und ihre Familien durchzubringen.
Der Arbeitstag startet um 7Uhr und endet um 7Uhr, mit einer Stunde Mittagspause. Der Hopfen wird im Sitzen in der prallen Sonne per Hand an die Kletterhilfe gebunden.

Trotz der guten Verhältnisse auf dem Hof der Ertlmaiers bleibt die Frage, warum es nach wie vor nötig ist, dass polnische Arbeiter den weiten Weg auf sich nehmen, um durch schwere Arbeit ihre Familien ernähren zu können und warum die Arbeit nicht von Arbeitslosen aus Deutschland ausgeübt wird.

Vielleicht lenkt die Pandemie den Blick auf einige Schwachstellen Europas: Die gegenseitige Abhängigkeit der Bauern und der Saisonarbeiter, die schwierigen Arbeitsverhältnisse und Arbeitslosigkeit in Polen und in Deutschland.
Seit Jahren wird über die Saisonarbeit in der Landwirtschaft diskutiert. Zunächst ging es um Dumpingpreise, Arbeitsplätze und einen Mindestlohn. Seit dem 1. Januar 2018 muss allen Arbeitern der gesetzliche Mindestlohn gezahlt werden.
Deutschland wie Polen haben mit Arbeitslosigkeit zu kämpfen.
In Polen weist der Arbeitsmarkt durch fehlende Infrastruktur einen sogenannten „Inselcharakter“ auf. In den Städten (Inseln) gibt es kein Problem mit Stellenangeboten doch auf dem Land findet man leicht Orte, in welchen Massenarbeitslosigkeit herrscht.
Durch den Ausbau lokaler Verkehrswege soll man im Jahr 2030 innerhalb von einer Stunde von jedem Ort Polens in eine größere Stadt gelangen. Dies soll die Unterschiede zwischen Stadt und Land im Arbeitsmarkt verringern. Bis dahin ist es jedoch noch ein weiter Weg.

Die deutsche Bundesregierung versucht seit 2006 die Zahl der Saisonarbeiter aus Polen zu senken und hofft, dass ein Teil der Stellen mit Arbeitslosen aus Deutschland besetzt wird.
Vor allem größere landwirtschaftliche Betriebe werden angehalten, einen Teil ihres Bedarfs an Saisonarbeitskräfte über die Bundesagentur für Arbeit zu decken.
Doch es finden sich unter den harten Arbeitsbedingung nicht genug Arbeitnehmer in Deutschland und die Landwirte ziehen ausländische Saisonarbeiter den heimischen Arbeitslosen vor, weil sie mit den ausländischen Kräften bessere Erfahrungen gemacht haben.

Nicht nur in Zeiten einer Pandemie ist das vorherrschende System veraltet, und beruht auf ungesunder Abhängigkeit.